Adler
Mit der Gründung der Firma "Oscar Adler & Co." entstand 1885 im Oberen Vogtland die erste eigentliche Fabrik für Holzblasinstrumente. Franz Oscar Adler wurde am 09.11.1862 in Hermsgrün geboren, wo sein Vater Johann Gottlob (1825 - 1900) als Holzblasinstrumentenmacher tätig war. 1876 wurde die Familie in Markneukirchen ansässig, als sich der Vater Oscar Adlers in der Klingenthaler Str. 20 ein Haus kaufte und eine Werkstatt einrichtete. 1881 arbeitete man bereits mit 10 Gesellen. Die beiden Söhne Franz Oscar und Robert Oswald (1865 - 1946) erhielten bei ihm ihre Ausbildung, gingen später jedoch getrennte Wege. (Franz) Oscar Adler gründete 1885 zunächst im väterlichen Haus sein eigenes Unternehmen, zog jedoch aufgrund der räumlichen Beengtheit 1893 in das 1888 errichtete Fabrik- und Wohngebäude auf der Bergstaße 14 um, die damals noch Berggässchen hieß. In dieser Zeit hatte Oscar Adler bereits eine Belegschaft von mehr als 20 Arbeitern und verwies darauf, dass er "auch einen Soloklarinettisten zum Abstimmen und Einblasen der Klarinetten ständig engagiert habe." Bereits 1901 wurde das Gebäude auf seine heutige Größe erweitert, da man das Spektrum an Instrumenten und vor allem die Stückzahlen permanent erhöhen konnte. Nicht zuletzt ist diese rasche Entwicklung auf die positive Einstellung Oscar Adlers gegenüber technischen Neuerungen zurückzuführen, was sich auch in der Anzahl seiner Patente ausdrückte. Als einer der ersten Fabrikanten wurden auch Transmissionen in die Werksäle eingebaut, die eine enorme Erleichterung und Beschleunigung der Produktion zur Folge hatten.
Im Geschäftsjahr 1901/1902 kommen neben mehreren tausend Klarinetten, Flöten und Piccolos auch wieder 21 Fagotte, 1 Kontrafagott, 54 Oboen und immerhin 10 Englisch Hörner zu Auslieferung. 1901 begann man als erster deutscher Hersteller mit der serienmäßigen Produktion von Saxophonen. 1902 kommt die Produktion von Saxophon- und Klarinettenblättern hinzu. 1904 beschäftigte Oscar Adler bereits mehr als 50 Mitarbeiter und die Firma wurde Anfang des 20. Jahrhunderts als "größte und produktivste Fabrik für Holzblasinstrumente in ganz Deutschland und Österreich-Ungarn" bezeichnet.
1909 scheidet Oscar Adler nach innerfamiliären Konflikten aus dem Unternehmen aus. Die Söhne seines Schwagers Hermann Fürchtegott Jordan übernahmen ab dieser Zeit die Geschicke der Firma und verpflichteten Oscar Adler, kein größeres Konkurrenzunternehmen aufzubauen. Nach dem Versuch eines Neubeginns unter dem Namen Franz O. Adler baute er in der Klingenthaler Straße noch einige wenige Instrumente. Am 27. Dezember 1922 verstarb er in Markneukirchen. Die weitere Entwicklung der Deutschen Holzblasinstrumentenfabrik wurde durch die neuen Inhaber Jordan entscheidend vorangetrieben. 1928 kreierte man das Label SONORA, unter dem tausende Instrumente gebaut und verkauft wurden. Dieses Label wurde vor allem auch zu DDR-Zeiten verwendet und führte durch die bedingungslos niedrige Preispolitik ungerechtfertigter Weise zum falschen Eindruck einer Billigmarke.
Seit dem Jahr 2001 wird ausnahmslos unter dem Label "Oscar Adler & Co." produziert (eine Wiederauflage der Marke "SONORA" behält sich die Firma vor). Ähnlich wie bei der Fa. Gebrüder Mönnig wurden ab Ende der 50-er Jahre sog. Produktbereinigungen vorgenommen, so dass ab 1966 die Saxophon- und ab 1975 die Flöten- und Klarinettenproduktion eingestellt wurde. Schwerpunktmäßig wurden nach der Verstaatlichung 1972 im VEB SONORA - wie sich die Fa. Oscar Adler seit dieser Zeit nannte - Oboen und Fagotte produziert. 1986 konnte man auf die Fertigstellung des 10.000sten Fagottes seit Firmengründung verweisen. Nach der Reprivatisierung im Jahre 1990 und dem einhergehenden Zusammenschluss mit der ehemaligen Fa. Gebrüder Mönnig gründete sich die Firma unter dem Namen Holzblasinstrumentenbau GmbH neu. Die Wiederbelebung stillgelegter Instrumentenlinien, besonders der Adler-Klarinetten, hat sich zum heutigen Zeitpunkt als richtige Entscheidung erwiesen.
Im Jahre 2001 zog die gesamte Belegschaft aus den alten Betriebsgebäuden in der Wernitzgrüner Straße (Mönnig) und der Bergstraße (Adler) aus und bezog gemeinsam die 1905 erbaute Villa des Musikalien-Großhändlers Albert Schuster. In reiner Manufakturarbeit entstehen Oboen, Klarinetten, Fagotte und Kontrafagotte unter dem Label "Oscar Adlers" und Oboen d'amore, Englisch Hörner und Fagotte unter dem Zeichen der "Gebrüder Mönnig". Seit Juli 2001 führt die Firma wieder die alten bekannten Firmennamen in ihrer Unternehmensbezeichnung. Zahlreiche Veränderungen und Verbesserungen in allen Instrumentengruppen haben durch eine verstärkte Innovationsbereitschaft seit dem Jahr 2000 deutlich steigende Absatzzahlen sowohl auf dem deutschen wie auf dem internationalen Markt zur Folge.
Das heutige Klarinettenmodell geht auf einen Prototyp von 1943 zurück. In Verbindung mit dem naturbelassenen Grendaill-Holz sind diese Instrument ein sehr schöne klangliche Alternative.

